Meine Rasselbande

Leben in einer tierischen WG ツ

Die Geschichte von Flori & Fine

Bei mir lebt jetzt seit ca. 13 Jahren eine Blaustirnamazone namens Flori. Er stammt noch aus einer Zoohandlung *auf die Finger hau* Tja, man lernt mit der Zeit eben sehr viel dazu!
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich nie vorhatte, mir einen Papagei zuzulegen, aber dieser Vogel hat mich an einem Tag der offenen Türe in dieser Zoohandlung einfach „adoptiert“.
Er war hochaggressiv gegen alles und jeden nur bei mir war er „butterweich“ und war regelrecht am flirten 😉
Na ja – und wie es so ist – er kam mit zu mir nach Hause. Das ganze gab damals noch sehr viel Stress wegen Cites & Co., aber das gehört jetzt hier nicht hin.

Zuhause stellte sich dann nach und nach raus, dass Flori vor allem was er nicht kennt tierische Angst hat. Ich habe Bisse abgekriegt noch und noch 😦

Mit der Zeit bekam ich dann heraus, dass ich mindestens der 10. Besitzer dieses Vogels war, der zur Zeitpunkt des Kaufs angeblich 5 Jahre alt war. Auch das war gelogen. Er war doppelt so alt. Das war allerdings für mich das kleinste Problem. Er ist ein Wildfang. Alleine darin begründet liegt wahrscheinlich schon sein erstes Problem. Und wenn er dann durch so viele Hände gegangen ist hat er garantiert auch nicht nur Schönes erlebt 😦

Nach knapp einem Jahr begann ich für Flori eine Partnerin zu suchen und zeitgleich schaffte ich eine Voliere mit einem Maß von B X H X T 2,0 x 2,0 x 1,0 m an.
Kurz darauf übernahm ich ein Abgabetier: Fine (geschätzt von 1972). Sie hatte es ihr Leben lang gut gehabt. Sie war von Küken an bei sehr lieben Menschen, die aber mittlerweile beide verstorben waren und die Tochter konnte das Tier nicht halten und entschloss sich demnach zur Abgabe. Die Vergesellschaftung dauerte Monate und brauchte viele Nerven – aber zum Schluss wurde dann doch noch alles gut 🙂

Fine ist eine absolut liebe Maus. Flori nicht immer! – aber ich weiß, dass er aufgrund seiner Vorgeschichte(n) nichts dafür kann. Mittlerweile wird es auch besser – ich meine, je mehr Liebe und Ruhe man ihm entgegenbringt umso lieber wird er. Aber er bekommt nach wie vor aus heiterem Himmel aggressive Attacken (die immer ziemlich weh tun).
Häufig wird er (denke ich) aus Eifersucht aggressiv. Fine ist sehr anhänglich und verschmust und wenn ich schon mal versuche ihr das zu geben, was sie eigentlich möchte, z. B. am Kopf kraulen o. ä. dann wird er total sauer. Oft beisst er dann noch nicht einmal in meine Richtung sondern er beisst Fine. Man könnte dann meinen, dass er sie eher totbeissen würde, bevor er sie jemand anderem überlässt. Da ich das aber weiss, verhalte ich mich dementsprechend – und so geht es dann auch recht gut.
Zudem denke ich dass Flori nach wie vor auch ein Angstbeisser ist. Bei Situationen, mit denen er nicht klar kommt und Schiss hat weiss er sich nicht anders zu wehren als mit beissen.

Leider ist so was für viele Besitzer der Grund der Abgabe des Tieres. Dies kommt für mich nicht in Frage – ich weiss, dass er so ist und lebe damit. Er soll es gut haben bei mir ob er nun manchmal austickt oder nicht – besser ist es ja auch schon geworden. Ich denke ganz einfach, dass es für ihn halt auch ganz schwierig ist wirkliches Vertrauen zu fassen. Er wird viel zu viel Schlechtes erlebt haben. Ich meine allerdings, dass sein Vertrauen zu mir schon sehr viel besser geworden ist und darüber freue ich mich natürlich riesig 🙂

Fine hatte im Mai 2000 einen Herzinfarkt. Ich war damals mit ihr in der Taubenklinik in Essen in Behandlung. Dr. Kamphausen gab ihr damals eine 1%ige Überlebenschance … aber sie hat es geschafft. Sie bekam quasi ein zweites Leben geschenkt 🙂

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2 Antworten zu “Die Geschichte von Flori & Fine

  1. Melanie 29. Juli 2011 um 11:58

    Eine wirklich sehr schöne Geschichte die mir total ans Herz geht – schön, dass es Menschen wie Dich gibt, die sich auch von einem etwas „eigensinnigem“ Tier nicht trennen! Solche sollte es viel öfter geben! Mein Hamster ist ja momentan auch wieder krank – Die Tierarztkosten liegen bereits weit über 100€ (was aber noch geht finde ich), aber ich mache das trotzdem gerne. Von vielen Freunden habe ich aber solche Kommentare wie „Beseitige ihn doch einfach und kauf dir nen neuen“ erhalten. So etwas kann ich überhaupt nicht verstehen… *kopfschüttel* Für die eigene Gesundheit tut man doch schließlich auch alles…

    Schön finde ich auf alle Fälle, dass es Tierbesitzer gibt, die ihre Tiere trotz so mancher – ich nenn es mal „Schwierigkeiten“ – in liebevoller Hingebung pflegen und sich an deren Wesen anpassen – und nicht umgekehrt!

  2. janina 28. Dezember 2011 um 05:45

    sehr hübsch deine beiden papageien.
    ein glück hat deine fine den herzinfarkt überlebt!

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