Meine Rasselbande

Leben in einer tierischen WG ツ

Grundsätze der Katzenhaltung

Es gilt noch ein Versprechen einzulösen, was ich Julius hier gegeben habe … also dann will ich mal ツ

Worum geht es? Bei seiner Mama ist ein Kätzchen eingezogen und so kamen grundsätzliche Fragen zur Katzenhaltung auf. Vieles in der Katzenhaltung basiert nicht nur auf Grundsätzen sondern hat auch viel mit der persönlichen Einstellung zu tun. Ich werde hier meine Erfahrung bzw. Einstellung wiedergeben würde mich aber freuen, auch andere Meinungen zu hören!

Jährliche Impfung bei Hauskatzen?

Meine Tigergang besteht auch aus reinen Wohnungskatzen und ich lasse sie einmal jährlich gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche impfen. Ich kenne allerdings auch viele Besitzer von Stubentigern, die das nicht machen. Wie gesagt, Einstellungssache ツ Auch wenn Katzen nicht rausgehen besteht immer die Gefahr, daß eine dieser Krankheiten in die Wohnung getragen wird (z. B. durch Straßenschuhe). Ich möchte kein Risiko eingehen und lasse sie daher impfen. Auf eine Tollwutimpfung verzichte ich allerdings, ich glaube, die würde auch kein Tierarzt bei einer reinen Wohnungskatze impfen. Wobei es m. E. auch hier Ausnahmen geben kann, zum Beispiel, wenn ein Hund mit im Haushalt lebt. Den dieser kann Überträger der Tollwut sein.
Auf jeden Fall hat die jährliche Impfung noch einen positiven Nebeneffekt: Die Tiger werden zumindestens einmal im Jahr einem Tierarzt vorgestellt und vor der Impfung auf Herz und Nieren untersucht!

Wie häufig entwurmen?

Ich entwurme meine Wohnungstiger einmal jährlich (aus dem gleichen Grund wie bei der Impfung). Freigänger sollten alle drei Monate (also viermal im Jahr entwurmt werden). Wichtig bei der Entwurmung (egal ob Freigänger oder Stubentiger) ist das Wurmmittel jedes mal zu wechseln, da nicht alle Mittel gegen alle Arten Würmer helfen.

Süßigkeiten, Wurst, Käse … ?

Gebe deiner Katze niemals Süßigkeiten! In der Regel wird sie danach auch gar nicht verlangen. Sollte sie es trotzdem machen, lasse es ツ Schokolade kann für Katzen sogar tödlich sein, da es Theobromin (toxisch) enthält. Je dunkler die Schokolade, desto höher der Theobromingehalt! Ausserdem ist das enthaltene Koffein und der Zucker auch nicht gesund.

Wurst ist in der Regel immer gewürzt und ist daher auch nicht für Katzen geeignet. Zudem enthält sie fast immer Salz und Salz schädigt bei der Katze auf längere Sicht die Nieren. Wer unbedingt meint, er müsse seiner Katze Wurst geben dann bitte nur ab und an in kleinsten Mengen und als Leckerli (nie als Hauptmahlzeit). Hier sollte man sich auf Geflügel (Huhn, Pute) oder Rind beschränken.  Bitte kein Schweinefleisch denn rohes Schweinefleisch kann den Aujeszky-Virus enthalten und dieser Virus endet für Katzen tödlich!

Gegen milden Käse (z. B. Gouda) oder Quark in kleinen Mengen (also als Leckerli) ist nichts einzuwenden. Sollte man allerdings beobachten, daß die Katze davon Durchfall bekommt auf jeden Fall weglassen. Jede Katze reagiert anders auf den Milchgehalt.

Kätzchen, die von der Mutter entwöhnt sind benötigen keine Milch mehr! Katzen sollten in der Regel nur klares Wasser trinken. Kuhmilch ist generell ungeeignet und sie wird von den meisten Katzen aufgrund des hohen Milchzuckergehaltes nicht vertragen. Er führt zu Durchfall! Wenn man trotzdem Milch geben möchte dann bitte nur Dosenmilch. Hier mischt man 1 Teil Dosenmilch mit 2 Teilen Wasser. Sowas kann nach Krankheiten schon mal vorkommen, wenn die Katze nicht trinken will. Generell würde ich von Milch komplett abraten.

Welches Futter?

Hier gibt es in erster Linie die Wahl zwischen Trocken- und Naßfutter. Ich biete beides an aber! – Naßfutter ist auf jeden Fall besser geeignet, da Katzen von Natur aus zu wenig Flüssigkeit aufnehmen und der Flüssigkeitsgehalt im Trockenfutter sehr gering ist. Wer nur Trockenfutter anbietet muß auf Dauer mit Blasen- und/oder Nierenproblemen bei der Katze rechnen.

Für beide Futterarten gilt: Bitte nur hochwertiges Futter anbieten. Jetzt fragt man sich, was ist hochwertig? In der Regel (fast) alles wo nicht _iskas, _elix oder _itekat draufsteht ツ
An dieser Stelle möchte ich auf einen älteren Artikel verweisen, denn das Thema Futter hatten wir schonmal –> Blogparade: Katzenfutter und -zubehör

Eine weitere Alternative ist das Barfen (B.A.R.F. = Biologisch artgerechte Rohfütterung). Hier wird rohes Fleisch mit notwendigen Zusätzen angereichert angeboten. Da ich das (bis dato) selber nicht praktiziere und man sich hier auch sehr viel Wissen aneigenen muss verweise ich bei Interesse auf folgende Seite: Kiwanga Savannah Cats Katzenernährung.
Für mich käme nur eine Teilrohfütterung (z. B. dreimal die Woche) in Frage. Eine Probepackung Fleisch habe ich bereits im Gefrierschrank. Sobald ich es ausprobiert habe werde ich berichten wie die Rasselbande darauf reagiert hat ツ

Wassertrog oder Trinkbrunnen?

Wasser muß immer zur Verfügung stehen. Entweder man bietet große Wassertröge an (Katzen stoßen beim Fressen und Saufen nicht gerne mit den Barthaaren an) oder man stellt Trinkbrunnen auf. Auch hierzu gibt es schon einen Artikel –> Trinkbrunnen. Wichtig ist aber Futter und Wasser stets mit einigem räumlichen  Abstand anzubieten. Der Grund hierfür ist, daß Katzen in der freien Natur ihre Beute eher an geschützen Orten fressen (z. B. unter Büschen oder Sträuchern), Wasser hingegen nehmen sie an offenen Stellen wie an Pfützen oder Bächen zu sich.

Kratzbaum, Liegeplatz & Co.

Es ist wichtig, der Katze eigene Plätze anzubieten. Was die Liegeplätze anbetrifft, so müssen das nicht unbedingt Artikel aus dem Zoofachhandel sein. Ein altes Kissen oder eine alte Decke sind genauso geeignet. Viele Katzen lieben auch Kartons. Decke rein, fertig ツ

Wichtig ist auf jeden Fall einen Kratzbaum anzubieten, denn Katzen wollen ihre Krallen schärfen und pflegen und wer nicht will, das sie das am Wohnzimmerschrank machen ツ muß mit mindestens einem Kratzbaum in der Wohnung leben. Wichtig ist, daß er möglichst hoch ist (Katzen liegen gerne oben!) und standfest oder an der Wand befestigt. Die Tiger fetzen manchmal ganz schön rum und es ist schon so mancher Kratzbaum umgefallen. Ein paar meiner Kratzbäume seht ihr hier. Meine Tiger mögen bei Kratzbäumen gerne Höhlen, Randschalen und Hängematten.

Spielzeug für die Katze?

Klar, immer! ツ Wenn mich jetzt aber einer fragt, welches Spielzeug ist das generell sicherlich sehr schwer zu beantworten denn die Vorlieben sind von Katze zu Katze unterschiedlich. In der Regel kommen Spielangeln und Spielzeug gefüllt mit Catnip oder Baldrian gut an. Meine mögen auch Spielzeuge in denen sich Bälle bewegen. Eine kleine Auswahl von durch die Rasselbande getestetem Spielzeug findet ihr hier und hier.

Die Katze ist krank

Wenn man bemerkt, daß mit der Katze „irgendetwas“ nicht stimmt rate ich zu einem möglichst schnellen Tierarztbesuch. Oftmals kann dann schlimmeres verhindert werden. Erfahrene Katzenbesitzer beobachten auch schon mal 1-2 Tage, unerfahrenen Katzenbesitzern würde ich davon dringend abraten!

Transport der Katze

Muß die Katze zum Tierarzt sollte dies nur in dafür vorgesehen Transportboxen passieren. Viele nehmen einen Karton, einen Wäschekorb oder ähnliches. Davon rate ich ab, denn so manche Katze hat sich daraus schon befreien können und wurde nie wieder gesehen. Auch eine Katze, die sich im Auto aus ihrem Behältnis befreit ist alles andere als lustig!

So, das war ein kleiner Abriss aus dem Leben mit Katzen und ich habe sicherlich das ein oder andere vergessen. Sollten also weitere Fragen aufkommen immer her damit, ich beantworte sie (wenn ich es kann) immer gerne! ツ

Advertisements

9 Antworten zu “Grundsätze der Katzenhaltung

  1. Kerstin 25. Dezember 2009 um 11:22

    Dem kann ich nichts mehr hinzufügen – ausführlicher geht`s nimmer. Nur mit dem Impfen, da handhabe ich es ein klitzekleines bißchen anders. Die ersten Lebensjahre einer Katze sollten auch für reine Stubentiger sämtliche Impftermine, sprich einmal im Jahr gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen wahrgenommen werden. Da unterschreibe ich genau so. Bei älteren Katzen, die einen kompletten Impfschutz haben, sagen wir mal mit 5-6 Jahren, vergrößere ich den Abstand der Impfungen auf alle zwei Jahre (das sieht mein TA übrigens genauso und da bin ich sehr froh drum). Freigänger sollten natürlich weiterhin jährlich geimpft werden.

    Was mir noch aufgefallen ist – wie siehst du das Thema Entwurmung? Würde mich brennend interessieren 🙂

    Sei lieb gegrüßt von Kerstin

  2. Sylvia 25. Dezember 2009 um 11:26

    Mensch, danke Kerstin, ich wusste doch das ich was vergessen habe 😳
    Füge ich noch in den Artikel mit ein … ich entwurme meine einmal jährlich, Freigänger sollten viermal im Jahr entwurmt werden (also alle drei Monate). Meine Meinung 😉

    Was das Impfen betrifft wusste ich ja, dass es verschiedene Ansichten gibt 😉
    Hm, dein Tierarzt unterstützt diese Auffassung? – muss ich mit meinen Tierärztinnen auch noch mal drüber reden 😉

    Liebe Grüße,
    Sylvia

  3. Pingback: Kfeld-United Die Community der Altschüler & Schüler in Königsfeld

  4. Marlene 26. Dezember 2009 um 13:27

    Huhu,

    interessanter Beitrag. Ich hatte auch schon einmal beim Impfen überlegt, dass ich alle zwei Jahre impfen. Hatte das mit unserer TÄ auch besprochen, diese meinte, dass in den USA da bereits dran geforscht wird, ob der Impfstoff zwei Jahre ausreichend sei. Jedoch würden die Hersteller hier nur gewähren, dass der Impfstoff 12 Monate wirkt und somit muss ich mit Felix im Januar auch wieder zum Impfen 🙂

    Zur Wurmkur. Das machen wir auch alle 12 Monate, jedoch seit diesem Jahr sogar alle 6 Monate. Hatte in mehreren Zeitschriften gelesen, dass auch Wohnungskatzen mehrmals im Jahr entwurmt werden sollen. Auch da hatte ich Rücksprache mit dem TA gehalten und er empfiehlt es auch, sein muss sei es jedoch nicht.

    Trinkgelegenheiten haben wir hier mehrere und zwar in Felix Laufpfaden. Er trinkt dadurch öfters einmal etwas. Wir haben auch einen Trinkbrunnen und mehrere Wassernäpfe. Katzen sollen ja angeblich das Trinken oft vergessen und Felix trinkt durch die Näpfe an seinen Laufwegen wirklich viel.

    LG
    Marlene

  5. Sylvia 26. Dezember 2009 um 13:49

    Ja, Marlene, das was du da zu den Impfstoffen in poor old Germany schreibst ist korrekt. Es gibt aber wohl inzwischen einen Impfstoff, der nur alle drei Jahre aufgefrischt werden muss. Das habe ich jetzt bereits mehrere male gelesen. Darauf wollte ich meine TÄinnen auch noch mal ansprechen.

    Das mit der Entwurmung ist mir allerdings neu. Bin ich aber ehrlich gesagt auch nicht von begeistert, denn die Wurmkuren belasten doch immmer sehr den Organismus und ich finde nicht öfter als nötig. Aber auch darauf werde ich meine TÄinnen beim nächsten mal ansprechen.

    Und was das Trinken anbelangt da hast du recht. Man liest immer wieder daß man in der ganzen Wohnung verteilt Trinknäpfe aufstellen soll. Da meine aber an den beiden Brunnen recht viel trinken habe ich mir das gespart, zumal Balou sich in normale Näpfe immer gerne mit seinem dicken Hintern reinsetzt 😕 :mrgreen: Irgendwie muss ich das nicht unbedingt haben, gebe ich zu 😉

  6. He.ute 26. Dezember 2009 um 13:51

    Toller Artikel Sylvia *daumenhochsmilie*,
    beim Impfen und Entwurmen denk ich etwas anders, die Impfempfehlung sind selbst von der zuständigen Kommission inzwischen relativiert worden. Derselbe Impfstoff bekommt in den USA eine Garantie von 3 Jahren, das ist hier wohl rechtlich zur Zeit noch nicht möglich, aber er hält eben so lange vor 😉 Also nach der Grundimmunisierung impfe ich alle 3 Jahre Seuche und Schnupfen, ergänzend: die sogenannte FIP-Impfung ist im Prinzip für die Tonne, erhöht wohl eher das Risiko als es zu mindern, davor würde ich auf jeden Fall warnen.
    Entwurmumg bei Wohnungskatzen kann man getrost vergessen, bzw. sollte man nur nach nachgewiesenen Würmern machen. Also Kotuntersuchung einmal jährlich und nur Medikamentengabe wenns notwendig ist.
    Was ich noch wichtig finde, Kätzchen brauchen Gesellschaft 🙂 und ich glaub alle Mehrkatzenbesitzer stimmen mir zu, dass es total klasse ist mit mehr als einer Katze 😉
    Liebe Grüße
    Heike

  7. Sylvia 26. Dezember 2009 um 14:02

    Heike, danke für deine Meinung und ebenfalls danke für das Lob 🙂
    Ich wusste, daß das Impfthema eine Diskussion anregt 😉
    Der Witz ist, frage 10 TÄ nach ihrer Meinung und du kriegst wenn du Pech hast 10 Aussagen 😕
    Hm, was die Entwurmung betrifft … auch ein heikles Thema. Würmer werden schneller übertragen als du glaubst. Wenn man nur ein oder zwei Katzen hat ist das mit der Kotprobe ja noch praktikabel … bei 8en, wie bei mir, wird das aber schon schwieriger. Da bleibt nur eine Sammelkotprobe, aber was ist wenn eine Probe fehlt und genau der Stinker hat Würmer?
    Bei mir persönlich ist es zum Beispiel so, daß meine Eltern Hunde habe und ich behaupte kackfrech es gibt keine Hunde ohne Würmer (auch nicht bei viermal im Jahr Wurmkur)! Meine Muckl ist mit dem älteren der beiden Hunde aufgewachsen und liebt ihn immer noch abgöttisch. Und wenn ich bei meinen Eltern war und nach Hause komme will ich ihr einfach nicht die Freude nehmen, daß sie an meinen Händen schnuppern kann und diese auch ablecken. Ich weiss, es ist ok, denn einmal jährlich werden sie entwurmt. Es ist echt schwierig da eine Standardregel zu konzipieren 😉
    Impfungen für FIP und/oder Leukose sind nach wie vor umstritten, daher habe ich sie auch nicht mit aufgeführt.
    Und was das Thema Einzelkatze betrifft, hast du vollkommen recht. Aber auch hier muß man differenzieren. Junge Kätzchen sollten meines Erachtens auch nur zu zweit vermittelt werden. Ist der Besitzer allerdings den ganzen Tag zuhause und kann sich kümmern könnte man ein Auge zudrücken. Trotzdem finde auch ich immer mindestens zwei 😉 … es sei denn Freigang ist möglich.

  8. He.ute 26. Dezember 2009 um 14:44

    Huhu Sylvia,

    ja bei mehreren ist sicher manches anders zu handhaben, da hab ich jetzt nicht so dran gedacht, hab ja nur 2 ohne Hundekontakte 😉 und beim Impfen ist sicher auch Manches umstritten, um so besser ein Einsteiger kriegt gleich mit, dass es Themen gibt die wichtig sind, aber manchmal ganz unterschiedlich zu händeln sind. Aber ich finde es gut, dass so ein Artikel wie deiner mal alles anführt und darauf aufmerksam macht.
    LG Heike

  9. strangejulius 4. Januar 2010 um 08:44

    Hallo Sylvia!

    Vielen Dank für den Artikel. Entschuldige das ich so spät antworte, hatte einiges an Stress. Ich habe meiner Mutter alles ausgedruckt samt den verlinkten Seiten und ich soll dir ein großes Danke ausrichten. Ich habe nun leider nicht dran gedacht ein Foto mitzunehmen um es auf meinen Blog zu stellen, aber ich fahre möglicherweiße anfang nächsten Monats nach Hause und dann denke ich hoffentlich dran.

    Also vielen Dank nochmal.

    LG Julius

Hinterlasse (d)einen Pfotenabdruck

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: