Meine Rasselbande

Mein Leben mit meinen Tieren, Tierschutz & alltägliches

Teddy … eine traurige Geschichte

Irgendwie geht es auf diesem Blog nicht weiter … und das liegt bei mir nach wie vor an dem noch ausstehenden Bericht über den Tod von Teddy. Es fällt immer noch sehr schwer und eigentlich möchte ich das alles gar nicht wieder „aufwühlen“, aber auch solche traurigen Ereignisse gehören nun mal zum Leben mit der Rasselbande.

Es dauerte lange, bis ich mich nach Strubbel´s Tod Anfang März dazu durchringen konnte, zu meinen beiden Jungs wieder ein Kaninchenmädchen zu gesellen. Die Zusammenführung fand am Ostersonntag statt und war ein wahrer Traum. Eine solch friedliche und schnelle Vergesellschaftung hatte ich noch nie erlebt. Marie zog ein und so waren die Racker wieder zu dritt. Das Glück schien perfekt …

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Ostermontag beobachtete ich, wie Teddy immer wieder mit den Hinterbeinchen einknickte. Ich nahm ihn aus dem Gehege und ging mit ihm in´s Erdgeschoss um ihn dort frei laufen zu lassen. Auch hier knickte er immer und immer wieder ein, war ansonsten aber sehr mobil. Es dauerte nicht lange und er pieselte in den Eingangsbereich auf die Fliesen. Pieseln war wohl eher der falsche Eindruck, er setzte eine große Menge Blasenschlamm ab und ich stellte fest, dass er sogar ein wenig am Penis blutete. In den Notdienst wollte ich nicht mit ihm und so gab ich ihm Metacam, was auch anschlug. Außerdem rührte ich Herbi Care Plus an und fütterte ihn, denn er hatte an dem Tag weniger als normal gefressen.

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Glück war, dass ich die Woche Urlaub hatte und so fuhr ich direkt am nächsten Morgen mit ihm in die Tierarzt-Praxis. Teddy wurde untersucht und blieb bis abends in der Praxis, damit ihm mehrfach die Blase gespült werden konnte. Den Ausfall der Hinterbeinchen erklärten wir uns mit Schmerzen in der Blasengegend. Außerdem nahmen wir im Blut ab, um eine Schädigung der Nieren ausschließen zu können. Abends und auch am Mittwoch benahm sich Teddy wieder völlig unauffällig. Am Donnerstag stand ein Hausbesuch der Tierärztin auf dem Programm, weil drei Katzen und die Kaninchen mit ihren Impfungen dran waren. Noch vor dem Termin rief ich in der Tieraztpraxis an, weil Teddy´s Zustand wieder verschlechtert hatte. Er war komplett instabil und kippte teilweise auf die Seite. Als die Tierärztin bei uns war schlug sie vor, dass ich nach dem Hausbesuch mit Teddy in die Praxis kommen sollte, sie wollte die Blase schallen und röntgen. Geimpft wurde er erst einmal nicht, wir wollten abwarten, wie die Ergebnisse ausfallen würden. An diesem Tag kam auch das erste mal der Verdacht auf Encephalitozoonose (EC) in´s Spiel, wenn seine Anzeichen auch nicht typisch waren.

Ultraschall und Röntgenbild ergaben, dass seine Blase trotz mehrfacher Spülung voller Blasenschlamm war. Inzwischen war auch das Blutergebnis aus dem Labor bekommen und wir waren froh, dass sich der Verdacht einer Nierenschädigung nicht bestätigt hatte. Allerdings war ein (Entzündungs-)Wert (den ich nicht mehr näher beschreiben kann – sorry verdrängt!) wahnsinnig hoch und man wusste nicht weiter. Ich wurde zu Herrn Wieser nach Langenfeld überwiesen und konnte direkt nachmittags noch mit Teddy in die Sprechstunde kommen. Alle Untersuchungsergebnisse nahm ich mit und auch Herr Wieser stolperte über genau diesen hohen Blutwert. Wieder kam das Thema EC auf den Tisch. Teddy durfte sich frei im Behandlungszimmer bewegen und wurde dabei sehr gut von Herrn Wieser beobachtet. Und wie das mit dem Vorführeffekt immer so ist – in diesem Moment war er recht stabil auf den Beinchen. Wir einigten uns darauf, Teddy zunächst einmal zur weiteren Beobachtung in der Praxis zu lassen und er wurde prophylaktisch auf EC behandelt. Die Diagnose war schwierig da es viele Faktoren gab, die in Frage kommen könnten. Dass die Blase der Auslöser für Teddy´s Ausfälle waren, glaubte Herr Wieser eher nicht. Er hielt an der EC fest und auch eine Schädigung der Wirbelsäule oder der Bandscheiben konnten Ursache sein. Es wurde noch einmal Blut in´s Labor geschickt um den EC-Titer zu bestimmen.

Am Freitagnachmittag durfte ich Teddy wieder nach Hause holen und wir bekamen Panacur wegen einer evtl. EC, Metacam und Baytril mit. Den Rest des Tages hielt sich sein Zustand recht stabil.

Am Samstag hingegen war er wieder sehr wackelig auf den Beinchen und auch deutlich ruhiger. Außerdem zog er sich ein wenig von Leo und Marie zurück, was völlig untypisch für ihn war. Ich konnte nur beobachten und abwarten, das Ergebnis der EC würde Montag oder Dienstag kommen.

Am Sonntagmorgen musste ich feststellen, dass Teddy seine Hinterbeinchen gar nicht mehr bewegen konnte und ich rief die Notrufnummer von Herrn Wieser an. Wir berieten und einigten uns darauf, den kommenden Tag noch abzuwarten in der Hoffnung, das Ergebnis käme vom Labor. Es war wirklich schlimm mit anzusehen, wie Teddy durch das Gehege robbte, aber er hatte keine Schmerzen und fraß. Gegen Abend verschlimmerte sich sein Zustand zunehmend. Er ließ Urin unter sich gehen und hatte kaum noch Möglichkeiten vorwärts zu kommen. Ich legte ihn auf Frotteetücher in ein Katzenbett mit Rand und begann in zu füttern und gab ihm Wasser aus einer Spritze. Die Nacht über stand ich alle zwei Stunden auf, legte ihn trocken und versorgte ihn mit Heu, Gemüse und Wasser.

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Am nächsten Morgen nahm ich ihn aus seinem Bett und musste feststellen, dass er mittlerweile Vorder- und Hinterbeinchen nicht mehr benutzen konnte. Ich rief in der Tierarztpraxis an, aber das Laborergebnis war noch nicht da. Ich machte ein kleines Video weil ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte und Rat brauchte. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an eine ganz liebe Freundin, der ich dieses Video schicken durfte und die mir half die richtige Entscheidung für Teddy zu treffen. Ich rief in meiner Haustierarztpraxis an und Frau Dr. Waldherr kam nach der Sprechstunde auf Hausbesuch und sie bestätigte diese Entscheidung. Wir versuchten Herrn Wieser zu erreichen, was uns nicht gelang. Wir waren uns einig, dass Teddy nicht leiden sollte und trotzdem war die Entscheidung ihn zu erlösen wahnsinnig schwer, denn sein Köpfchen war klar wie immer. Er schlief in meinem Arm ein und danach durften Leo und Marie sich in Ruhe von ihm verabschieden.

Abends rief Herr Wieser mit dem Ergebnis an und seine Vermutung hatte sich bestätigt. Teddy hatte EC, sein Titer lag bei fast 3000. Trotzdem bestätigte Herr Wieser unsere Entscheidung, denn Teddy wurde bereits seit Tagen gegen EC behandelt und hat sich darunter trotzdem täglich verschlechtert. Evtl. hätte man noch ein weiteres Mittel gegen EC ausprobieren können, aber der Ausgang wäre ungewiss gewesen und leiden sollte Teddy nicht. Sein stolzes Alter von zehn Jahren war und ist trotzdem nur ein kleiner Trost. Er fand seine letzte Ruhe bei seiner Strubbel im Garten …

Die nächsten vier Wochen wurden Leo und Marie täglich mit Panacur gegen EC behandelt. Danach wartete ich noch zwei Wochen und dann konnte Marie auch endlich nachgeimpft werden.

Jetzt sind sie wieder nur zu zweit und ich brauche mal wieder Zeit um über Kaninchenzuwachs nachzudenken, denn das alles hier war nur die Kurzform und hängt mir immer noch nach …

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5 Antworten zu “Teddy … eine traurige Geschichte

  1. Kleeblatt 12. Juni 2013 um 10:19

    Das tut mir so leid um deinen Teddy. Auch wenn er über die Regenbogenbrücke gehen musste, weißt du für dich, dass du alles getan hattest, was dir möglich war, um ihm ein schönes Leben zu gestalten. So kurz nach Strubbels Tod war es besonders schwer für dich, dafür fühl dich mal gedrückt.
    Es ist immer schwer, die Entscheidung treffen zu müssen, ein Tier gehen zu lassen, aber man tut es nicht für sich, sondern für das Tier.
    Nur gut, dass die beiden anderen wohlauf sind und es ihnen gut geht.

    Dir und deiner Rasselbande alles Gute

    LG
    Monika

  2. yvonne 12. Juni 2013 um 11:06

    dass war verdammt schwer…und ich ziehe meinen Hut vor DIR…es geht ihnen jetzt wieder gut…denk daran….und ein Lächeln sehen die auch dort oben von dir,ok?

  3. ute42 12. Juni 2013 um 11:21

    Das ist sehr traurig. Tröste dich damit, dass du wirklich alles für Teddy getan hast, was möglich war und ihn letztendlich von seinen Schmerzen erlöst hast, so schwer es dir auch fiel. Du hast alles zu seinem Wohl getan und dafür hast du meine Hochachtung.

  4. Frau Fröhlich 13. Juni 2013 um 07:55

    Wow, nach einer Zeit, wo man ein bisschen Zeit zum Verarbeiten hatte, das ganze nochmal so aufzuwühlen … ich wüsste nicht, ob ich das könnte.

    Du hast alles mögliche für Teddy getan und die richtige Entscheidung für ihn getroffen Sylvia.

    LG Frauke

  5. engelundteufel 13. Juni 2013 um 11:40

    Danke, dass du uns seine Geschichte noch erzählt hast. Das hörte sich ja wirklich alles nicht gut an. Du hast alles getan was möglich war und die richtige Entscheidung getroffen. Schön, dass Strubbel und Teddy wieder vereint auf einer Wolke rumhoppeln können.
    Trostschnurrer Engel und Teufel

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