Meine Rasselbande

Mein Leben mit meinen Tieren, Tierschutz & alltägliches

Das Schicksal der spanischen Hunde [Teil 3]

oder:  Warum Auslandstierschutz so wichtig ist!

Wie oft hört man den Satz: „Gibt es nicht genügend Hunde in deutschen Tierheimen?“ … und ja, es stimmt. Unsere Tierheime sind voll. Hunde, Katzen, Kleintiere. Sie alle warten auf ein Zuhause und viele von ihnen haben ebenfalls Schicksale hinter sich. Aber es gibt einen ganz entscheidenden Unterschied: Ihre Endstation heißt nicht Tötung wie in Spanien und vielen anderen Ländern. Ich selber war noch nie in einer der Perreras und um ehrlich zu sein möchte ich es auch nicht. Wer sich ein Bild von diesen Tötungsstationen machen möchte braucht nur mal bei der Google-Bildersuche das Stichwort „Perrera“ einzugeben.

Und damit sind wir direkt beim nächsten Thema: Tierschutz. Er hat viele Facetten und ich würde noch lange nicht für jeden Tierschutzverein die Hände in´s Feuer legen und dabei ist es völlig egal, ob es sich dabei um einen deutschen oder ausländischen Verein handelt. Es gibt – wie immer und überall – gute und schlechte Tierschutzorganisationen. Ich habe im Laufe der Zeit sehr viele schlechte Erfahrungen im Tierschutz machen “dürfen” und seitdem unterstütze ich nur noch den “sauberen” Tierschutz … heißt: Den Tierschutz, den ich voll und ganz vertreten kann und hinter dem ich mit all meiner mir möglichen Kraft stehe! Das ist und bleibt für mich die Finca Lucendum in Spanien, denn hier geht es wirklich noch um das Wohl der Tiere!

Finca Lucendum: Dieser Name bedeutet, dass die Finca voller Licht und Sonnenschein
sein soll für alle, die aus der Dunkelheit kommen !
Stell Dir vor:Blume
Du schläfst.
In Deinem Traum kommst Du in den Himmel und pflückst
eine seltsame, schöne Blume.
Und wenn Du aufwachst und die Blume immer noch in Deiner Hand ist – was dann?
(Samuel Taylor Coleridge)

Chico_Rahmen

Chico ist eines der sechs Babies von Paulina. Sie lebten in einem Unterbau eines Neubaus, den wir nicht betreten konnten. Nur Paulina konnte durch die kleine Öffnung schlüpfen. Wir konnten in letzter Minute verhindern, dass sie eingemauert wurden. Als die Babies ein wenig laufen konnten, brachte Paulina sie vor die Öffnung und wir konnten sie mit nach Hause nehmen. Alle Babies sind schon längere Zeit vermittelt. Chico haben wir seinen Adoptanten nach zwei Tagen wieder weggenommen. Unsere Paulina, die wirklich eine heldenhafte Mutter war, ist schon über die Regenbogenbrücke gegangen.

Queeny_Rahmen

Monate sass sie in einem Zwinger ohne Auslauf. Schwer krank kam sie zu uns. Auch sie wird wie zwanzig andere Hunde für immer bei uns bleiben, da sie sehr sehr ängstlich ist und die Finca als ihr sicheres Zuhause betrachtet.

Antonia_Rahmen

Ihre Mutter war eine Schäferhündin, die man in einem Gebiet an einen Baum band, in dem es noch Wölfe gibt. Wir fanden Antonia eines Tages – hochschwanger auf der Strasse – bettelnd nach etwas zu essen. Sofort brachten wir sie in unsere Tierklinik – aber sie konnte ihre Babies nicht mehr lebend zur Welt bringen.

Roona_Rahmen

Dieses blinde zarte Geschöpf war ausgesetzt worden und kam dann in ein Refugio, in dem sie kaum Überlebenschancen gehabt hätte.

Bilder und Texte: Finca Lucendum 

Diese hier vorgestellten Hunde bleiben auf Lebenszeit auf der Finca Lucendum da sie aus verschiedenen Gründen schwer zu vermitteln sind. Es ist ihr unscheinbares Äußeres, ein Handicap oder weil sie in ihrem Leben schon so viel Schlechtes erleben mussten, dass sie niemandem mehr vertrauen. Sie alle haben bei Gisi und Ralf von der Finca Lucendum ihr neues und endgültiges Zuhause gefunden. Doch auch die tollste und liebevollste Unterbringung kostet Geld und daher würden sich diese Vierbeiner freuen, einen Paten zu bekommen, der etwas für seine Lebens-, Tierarzt- und Futterkosten dazu steuert. Vielleicht kannst du selber keinen Hund halten, möchtest aber helfen? Dann werde Pate! Kontakt: lucendum@web.de

Alicia_Rahmen

Lange lief sie auf den Strassen umher – mit einem großen Geschwür im Gesicht,
bevor sie zu uns kam.

Isaac_Rahmen

Unser Sonnenschein wurde mühsam von Tierschützerinnen eingefangen,
als er an einer sehr befahrenen Strasse herumlief.

Pistolas_und_Marianella_Rahmen

Als kleiner Welpe kam Marianella mit ihrem Bruder Pistolas zu APADAC,
wo sie lange vergeblich darauf warten mussten, adoptiert zu werden.

Johannes_Rahmen

Ihn fanden wir an einem großen Müllplatz. Es war so heiß und er suchte ein winziges Schattenplätzchen. Einfangen ließ er sich nicht. Holländische Nachbarn jedoch konnten sein Vertrauen durch Anfüttern gewinnen und so kam er zu uns.

Alicia, Isaac, Johannes, Marianella und ihr Bruder Pistolas suchen noch ihr eigenes Zuhause. Nähere Angaben zu diesen netten Fellnasen findet ihr auf den Vermittlungsseiten „Hündinnen“ und „Rüden“ hier auf dem Blog oder direkt auf der Homepage der Finca Lucendum.

Gabriel_Rahmen

Gabriel wurde brutal aus einem fahrenden Auto herausgeworfen.
Humpelnd versuchte er dem Wagen zu folgen – natürlich vergebens.

Jack_Rahmen

Sein Besitzer, ein junger spanischer Mann liebte ihn sehr. Als er jedoch arbeitslos wurde und sich entschloss , Spanien zu verlassen, suchte er verzweifelt nach einem neuen Zuhause für seinen Jack. Überall umsonst. Im letzten Moment fand er dann die Finca und Jack musste nicht in die Perrera (Tötung).

Gabriel und Jack haben bereits Interessenten gefunden und sind reserviert. Sie haben hoffentlich ihr neues Zuhause auf Lebenszeit gefunden.
Update 24.09.2013: Gabriel und Jack sind in ihr neues Zuhause umgezogen! Ich wünsche den beiden eine schöne Zeit und alles Gute!

Das war nun der dritte und vorerst letzte Teil dieses Serie – Aktualisierungen kommen selbstverständlich, denn auf der Finca regt sich ja immer wieder neues gerettetes Leben! Vielen Dank an Gisi und Ralf von der Finca Lucendum für ihre aufopfernde Arbeit und euch für euer Interesse!  ツ

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Eine Antwort zu “Das Schicksal der spanischen Hunde [Teil 3]

  1. Azra 30. Mai 2014 um 08:16

    Hallo,
    ich möchte an dieser Stelle etwas loswerden.
    Ohne Zweifel ist Auslandstierschutz wichtig, aber der Vergleich mit deutschen Tierheime ist etwas unangebracht.
    In unserem städtischen Tierheim lebte ein Hund (schwarz, groß) etwa 8 Jahre lang. 8 Jahren kam er im Durchschnitt nur einmal am Tag raus, er bekam kaum Zuwendung, hatte keinen Anschluss an Menschen und konnte ständig beobachten wie Familien mit anderen Hunden gehen, aber nie mit ihm.
    Ich stelle mir selbst so ein Leben schlimmer vor als den Tod. Er hat irgendwann resigniert und ist nicht einmal mehr aufgestanden wenn Leute kamen und irgendwann ist er dann im Tierheim gestorben.
    Eine andere Hündin (Buku) ist mir in einem anderen deutschen Tierheim begegnet. Ihr Frauchen war gestorben und sie litt enorm unter diesem Verlust. Sie hatte nicht nur ihre Bezugsperson verloren, sondern auch die Wärme und Liebe eines Zuhauses. Ich habe sie Stunden durch das Gitter gekrault und immer wenn ich ging, weinte sie mir hinterher…

    Mein jetztiger Hund stammt auch aus dem Ausland, aber ehrlich gesagt nicht, weil ich unbedingt eine Seele vor der Todeszelle bewahren wollte, sondern weil er einen Charakter hat der perfekt in unser Leben gepasst hat und ich denke das findet noch viel zu wenig Beachtung.
    Nur wenn man einen Hund aussucht, der wirklich ins eigene Leben passt (und nicht einen der einfach nur unendlich traurig schaut oder total niedlich ist) ist wirklich gewährleistet das Mensch und Hund zusammen glücklich werden  und wenn man diesen „perfekten“ Hund im Ausland findet, dann ist das halt so, wenn er aber im Tierheim um die Ecke sitzt ist das keinen Deut schlechter oder besser 
    Im Laufe der Jahre habe ich viele wirklich tolle Hunde im Tierheim kennengelernt, der einzige „Fehler“ den sie hatten war meist die Größe (ab einer gewissen Größe ist in unserem Tierheim ein eigener Garten Pflicht) oder eine Katzenunverträglichkeit oder im Falle von Buku, das in meinem Leben damals leider die Zeit für einen treuen Begleiter fehlte.

    Fasse das bitte nicht zu kritisch auf, auch ich unterstütze den Auslandstierschutz, aber mich stört es das die deutschen Tierheime immer in einem Nebensatz abgetan werden.
    Nur weil die Tiere dort Futter und Wasser bekommen, fühlen sie sich noch lange nicht wohl.

    Viele Liebe Grüße
    Azra

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